FahadKhan

Tarifvertrag ingenieure bauwesen

13 Die nationale Vereinbarung datiert vom Juli 1975, aber die Vereinbarung zwischen dem UIMM und den Gewerkschaften, die den Grundstein für das neue Klassifikationsraster gelegt hat, datiert vom 28. Juni 1974 (Eyraud, 1978). Diese Mitglieder arbeiten in Bereichen wie Fertigung, Großhandel, Transport und Logistik, Forschung und Entwicklung, Agenturen/Geschäftsdienstleistungen, Callcenter, Bauindustrie, chemische Industrie, Beratungsunternehmen, Non-Profit-Organisationen, IT, Forstwirtschaft und Papierindustrie, Telekommunikation, Lebensmittelindustrie, Medien, private Zahnpflege, etc. Wir sind das größte Netzwerk für Diplom-Ingenieure 56Fallstudien bestätigen das Gewicht der Individualisierung der Löhne parallel zur Entwicklung einer Kompetenzbegründung für ETAM22 beim Automobilhersteller sowie die Entwicklung von Leistungsprämien in Call-Service-Centern für Telefonberater und Vorgesetzte. Diese Praxis ist nicht neu: Sie wird seit langem auf Manager und Fachleute angewendet. In diesem Zusammenhang wird in Fallstudien hervorgehoben, inwieweit die Situation von Führungskräften und Fachleuten außerhalb des Rahmens von Tarifverhandlungen liegt. Die Situation von Managern und Fachleuten des Automobilherstellers wird bei den obligatorischen jährlichen Tarifverhandlungen einfach nicht angesprochen. Wie im Tarifvertrag für “Ingenieure und Führungskräfte und Berufstätige in der metallverarbeitenden Industrie” vom 13. März 1972 angedeutet, sind Führungskräfte und Berufstätige eingeladen, mit ihrem Vorgesetzten “periodisch” über Beförderung, Laufbahnentwicklung und Lohnerhöhungen zu diskutieren. 62Das endgültige Profil, die Lohnregulierung nach Industrie, ähnelt der klassischen Darstellung des französischen Systems der Arbeitsbeziehungen als ein System, das vor allem auf Tarifverträgen auf Industrieebene beruht. Die Besonderheiten der betroffenen Unternehmen und die Schwäche der dort geführten Verhandlungen machen die Industriezuleines zu einem wichtigen Standort der Lohnregulierung, wie bereits in zahlreichen Studien festgestellt wurde (Jobert, 2003). Es ist der Minderheitencharakter dieses Profils (etwas mehr als 27 % der Arbeitsplätze und fast ein Viertel der betroffenen Arbeitnehmer), der heute spürbar ist. Lässt man daraus schließen, dass sich die Branche als Lohnregulierungsniveau jetzt in einer Phase des Niedergangs befindet? Die Untersuchung der Lohnverhandlungspraktiken in Call-Service-Centern und bei einem Automobilhersteller, obwohl typisch für Profile, bei denen die Branche eine untergeordnete Rolle spielt, führt uns zu einer negativen Antwort auf diese Frage.

Was die Entschädigung betrifft, so kann die Industrieebene nicht einfach ignoriert werden, auch wenn sie nicht das entscheidende Element ist. 1Das französische Lohnregulierungssystem auf der Grundlage von Tarifverhandlungen auf Branchenebene wurde von der Volksfront eingeführt und entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Gesetzes vom 19. Februar 1950 rasch.1 Drei Jahrzehnte lang waren diese Verhandlungen zusammen mit der staatlichen Aufsicht über den gesetzlichen Mindestlohn der Rahmen für Entscheidungen zur Lohnfestsetzung. Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene entwickelten sich nach der Gewährung der vollen Rechte für die gewerkschaftsliche Tätigkeit auf Unternehmensebene durch das Gesetz vom 27. Dezember 1968 (das die Möglichkeit eröffnete, lokale Gewerkschaftsabteilungen in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten zu schaffen) und insbesondere mit der Einführung obligatorischer jährlicher Verhandlungen durch die Auroux-Gesetze von 1982 (Vort, Jobert, 2011; Le Crom, 2003). Die Zahl der Vereinbarungen auf Unternehmensebene stieg seit Anfang der 80er Jahre kontinuierlich an. wie in den vom Arbeitsministerium veröffentlichten Jahresberichten über Tarifverhandlungen widergespiegelt: Die Zahl der Betriebsvereinbarungen stieg von 3.972 im Jahr 1984 auf 33.869 im Jahr 2011.2 Der Zeitraum, in dem die Unterzeichnung einer Betriebsvereinbarung bei Renault zu hitzigen Debatten führte – 1955 und damit außerhalb des Rechtsrahmens – scheint heute von der fernen Vergangenheit zu sein (Jobert, 2000). 60Das gemischte Lohnregulierungsprofil, das die Mehrheit ausgibt, betrifft heute fast 42 % der Arbeitsplätze und 50 % der Beschäftigten.

Indem sie den Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene eine entscheidende Rolle einräumt, hebt sie sich von dem ab, was in früheren Studien gezeigt wurde, die sich auf die Branche konzentrierten.